Geschichte

Die Geschichte 

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María Dolores Ferrer Knobloch, eine ganz besonderen Person, die

-im spanischen Tierschutz unglaublich viel geschafft hat und den Meilenstein in Casas Ibáñez zur Gründung eines Tierheims gelegt hat
-nie ihre Ziele aus den Augen verloren hat;
-immer allen Widrigkeiten getrotzt hat, auch wenn sie manchmal scheinbar ganz alleine an der Front für die verlassenen Tiere gekämpft hat;
-auch wenn es noch so unmöglich erschien, immer wieder nach neuen Wegen und Möglichkeiten für die Tiere gesucht hat;
-jahrelang ihre gesamte Freizeit damit verbracht hat, verlassene Tiere in Casas Ibanez einzusammeln, medizinisch versorgen zu lassen und ihnen zu einem möglichst angenehmen Leben zu verhelfen;
-auch jeden noch so „hoffnungslosen“ Fall mit nach Hause genommen & aufgepäppelt hat, was ihr auch in den allermeisten Fällen gelang;
-nicht zuletzt, jahrelange Vorstandsarbeit geleistet hat, im Sinne der Tiere;
-sich niemals an dem oftmals sinnlosen Streit und der Hetzerei von Tierschützern untereinander beteiligt hat, sondern zu sagen pflegt: „Leute, wir haben wichtigeres zu tun“;
-immer sofort zur Stelle war, wenn für befreundete und auch fremde Tierschützer einen Übersetzung/ Kontakt nach Spanien nötig war um Hunde zu retten;

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Mit Tieren aufgewachsen und durch ihre Familie schon immer in Sachen Tierschutz unterstützt, waren die unhaltbaren Zustände, mit denen in Casas Ibáñez mit Tieren aller Art- vor allem aber mit den herrenlosen Hunden- umgegangen wurde nicht hinnehmbar für María Dolores.

Die engagierte Tierschützerin erinnert sich an die Zeit, bevor Casas Ibáñez eine eigene Tötungsstation hatte:

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In der Vergangenheit war das Leben der herrenlosen Hunde in diesem Dorf in der Mancha weder lang noch schön. Niemand wusste- oder hat danach gefragt- warum die bedauernswerten Tiere die Verantwortungslosigkeit ihrer Besitzer mit ihrem traurigen Leben bezahlen mussten.

Der Stadtrat fand nur eine Lösung: die Abschlachtung hinter verschlossenen Türen.

Die herrenlosen Hunde wurden in der Stierkampfarena “gesammelt”, wenn einige zusammengekommen waren, fanden sich auf der Tribüne die Schlächter ein um mit der Schrotflinte auf die Tiere zu schießen. Ein “sauberer” Schuss nach dem anderen.Das Heulen und Bellen der Hunde in Todesangst war überall in den umliegenden Straßen zu hören; möglicherweise gab es sogar Proteste gegen diese unmenschlichen Methoden.
Die sterblichen Überreste der Hunde, ob nun tot oder noch lebendig, wurden später in einem Anhänger dorthin gebracht wo auch der übrige Müll der Bevölkerung entsorgt wurde.
Ein Glück für diejenigen die durch einen präzisen Schuss den Tod fanden! Und die anderen, schwer verletzten Tiere? Wer dachte an sie?

1998 wurde eine städtische Tötungsstation errichtet, in unmittelbarer Nähe der Bevölkerung. So konnte das Töten still und unbemerkt vonstatten gehen, ohne Zeugen und ohne Kritik.
Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern wurden sieben Zellen errichtet, mit der Größe von 1m x 1m, sowie drei größere, ungefähr 6qm um die Hunde zu “sammeln”.

Die Hunde die einmal hierher kamen, verließen diesen Ort nie wieder lebend.
Großzügiger Weise- wie christlich!- wurde den Hunden eine Frist von 20 Tagen Leben eingeräumt, jedoch kein Recht auf Vergebung.
Es sind Fälle bekannt, bei denen den rechtmäßigen Besitzern verweigert wurde ihre Tiere mitzunehmen. Die Hunde wurden getötet, obwohl sie einen Besitzer hatten!

Es gab wenig Interesse hierfür von den Verantwortlichen, denn warum soll man so zimperlich mit Kreaturen umgehen, die doch sowieso zum Tode verurteilt waren?
Futter für die Hunde gab es nur sehr spärlich- man wollte die Verschmutzung durch Kot möglichst gering halten, denn für Reinigungsarbeiten war die Zeit zu knapp.

Nach 20 Tage bekamen die Hunde ihre Freiheit- in Form einer Giftspritze.
Eine billige Spritze- und wieder ein Problem weniger.
Den Hunden, die sich wehrten, “half” man mit ein paar Schlägen. Es waren ja nur Hunde!

Diesen Satz hört man sehr oft, als Argument für das Nichtstun mancher Menschen. Das bedeutet, dass viele Menschen noch immer der Meinung sind, Tiere würden keine Schmerzen empfinden, hätten keine Angst zu sterben, würden keine Freude oder Zufriedenheit empfinden, wären mehr oder weniger  wie Maschinen, die mit etwas Öl funktionieren. Und von diesen Menschen gibt es so viele!

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Die Liste der Grausamkeiten, die in Spanien noch heute an Tieren begangen werden, ist lang und schrecklich.

In meinem Heimatort Casas Ibáñez (in der Provinz Albacete) sind insbesondere Hunde und Katzen Opfer unvorstellbarer Brutalität. Sie werden nicht einfach nur ausgesetzt, sondern festgebunden, aufgehängt, ertränkt, erschlagen oder überfahren – als Zeitvertreib!!!
Leider wird besonders der Galgo Español in Spanien allgemein als wertlos angesehen und findet selten einen neuen Besitzer. Überzählige oder alte Tiere werden mit Schlingen an Bäumen aufgehängt, erschossen, lebend begraben, erschlagen oder vergast in so genannten Perreras (Tötungsstationen).
Ebenso ist es üblich, Galgos zu pfählen, d.h. es werden ihnen Pflöcke ins Maul gerammt, so dass sie elendig verhungern und verdursten. Oder sie werden gesteinigt, hinter Autos zu Tode geschleift – die Art des Quälens ist sehr vielschichtig.

Häufig wird in Tierheime eingebrochen, um unkastrierte Tiere zu stehlen, mit denen dann wieder für jagdtauglichen Nachwuchs gesorgt werden soll.
Werden die Diebe nicht fündig, weil die Tiere bereits kastriert sind, wird häufig alles in dem jeweiligen Tierheim bestialisch ermordet; die Hunde werden an den Fenstergittern erhängt, es wird ihnen die Kehle durchgeschnitten oder sie werden angezündet…

Das Städtchen Casas Ibáñez, die zweitgrößte der 25 Gemeinden in der Provinz La Manchuela (Hauptstadt Albacete), mit 4.700 Einwohnern, hatte seit jeher etwas was die anderen Gemeinden nicht hatten: eine gut funktionierende Tötungsstation in der herrenlose Hunde aus dem Dorf und den Nachbargemeinden nach 20 Tagen Tortur das Leben verloren.
Viele Einwohner im Dorf sind bestimmt der Meinung, die Errichtung einer solchen Station wäre ein Schritt in die richtige (humanere) Richtung, denn davor starben die Hunde im Kugelhagel der Jäger in der Stierkampfarena , nachdem sie eingesammelt und tagelang dort eingesperrt wurden.
Laut Infos der Gemeinde starben in Casas Ibáñez pro Jahr 200- 300 Hunde zuletzt durch die Todesspritze -manchmal auch auf andere Art und Weise, da der „Aufpasser“ dort ein sehr brutaler Typ war und man gerne Geld sparen wollte – auch Giftspritzen kosten Geld-und, da die Hunde so wie so zum Sterben dort waren, wen kümmerte schon die Art und Weise…

Endlich kam die Wende: Im Sommer 2004 schnappte María Dolores sich 6 Personen, und entschied, die „Asociación protectora de animales el refugio“ „El Refugio“ zu gründen, ein kleines Tierheim und ab da hörte das Töten auf. Mit dabei von Anfang an waren Ana Pérez, María Dolores Schwester Mari Carmen, ihre Freundin Carlotta und  Juan- ein ebenfalls guter Freund und Tierschützer.

Im Januar 2005 erhielten wir die Schlüssel für die Tötungsstation. Unser Verein wurde als gemeinnützig anerkannt und im einzigen Vereinsregister der Junta de Comunidades de Castilla-La Mancha mit der Nr. 17 188 eingetragen.Wir taten unser Bestes, um die winzig kleine Anlage- zu Anfang nur 100 qm, bis zum Jahresende hatten wir das Gelände um weitere 200 qm erweitern können- den Normen der Tierhaltung anzupassen.

Wir erhielten von der Gemeinde 3000 € als Startkapital, um Impfungen, Kastrationen und die notwendigsten medizinischen Behandlungen vornehmen zu können; für die 100 qm große Anlage unterschrieben wir einen Pachtvertrag für fünf Jahre- der im Januar 2010 endete.

Das Tierheim befand sich im Industriegebiet und wurde mit der Zeit durch die immer weiter wachsende Infrastruktur sehr unbequem für uns. Vorbei waren die Zeiten, in denen die Hunde vor der Tür dösen oder gefahrlos zu den Feldern gegenüber spazieren konnten. Unsere Aktivitäten im Industriegebiet werden nicht auch nicht von allen Nachbarn begrüßt: direkt an unser Gelände grenzte das eines Weinbauern, der gerne sein Gelände erweitert hätte, aber nicht konnte weil eben dort das Refugio stand.

Auch im Dorf gab es einige Stimmen die gegen das Refugio waren, und dies auch zum Ausdruck brachten. Eines Morgens fanden wir im Refugio alle Vorhängeschlösser defekt, so dass sich die Türen nicht öffnen ließen; ein anderes Mal war die Außentür zerstört, was uns in Angst und Schrecken versetzte.

An einer Hauswand im Dorf tauchte ein Graffiti auf, mit dem Text: „Das Tierheim und die Hure sollen brennen“.

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Dies war eine deutliche Aussage mit der wir leben mussten, in der Hoffnung dass auch unsere Kritiker eines Tages unser Projekt für die herrenlosen Hunde begrüßen würden.

Die Gemeinde hatte uns inzwischen für das Jahr 2010 6500 € als Hilfe zugesprochen, für 2011 erhielten wir ca. 3000 € und noch einmal in etwa diesen Betrag im Folgejahr.
Der Unterhalt des Tierheims verschlingt natürlich sehr viel mehr Geld.
Um die Versorgung der Hunde zu gewährleisten musste einen Pfleger engagiert werden, die einzige Person, die für ihre Arbeit hier mit den Tieren ein monatliches Gehalt von € 700,- bekommt -Manchmal mehr, bedingt durch Überstunden, teilweise bezahlt von unserem Vereinsmitglieder hier in Spanien aus der eigenen Tasche.

Alle anderen hier im Verein sind ehrenamtlich tätig…zahlen aus der eigenen Tasche Futter, Medikamente, Telefonate und Benzin für die Transporte in die Klinik oder zum Flughafen. Leider ist die Anzahl der Freiwilligen hier in Spanien nicht mit der Anzahl der Helfer in deutschen Tierheimen zu vergleichen: hier sind es nur eine Handvoll Leute. Unser Verein zählt derzeit 30 Mitglieder – meist reine Fördermitglieder- Tendenz steigend, was uns sehr freut.

Die Hunde in unserer Station stammen nicht nur aus unserer Gemeinde, sondern auch aus den Nachbarorten. Sie werden nicht nur auf der Straße eingesammelt, sondern oft von Privatpersonen zu uns gebracht, aus vielerlei Gründen: Allergien, Sterbefälle, alte Menschen, die in ein Altersheim umziehen…Jäger, die ihre überzähligen oder „unbrauchbaren“ Jagdhunde bringen –einige wenige die sich trauen, ihr Gesicht zu zeigen (leider noch nicht viele).

Auch spricht es sich herum, dass in Casas Ibáñez eine Station existiert, die herrenlose Hunde nicht tötet, sondern ein neues Zuhause für sie sucht-ohne Wenn und Aber. Dies ist in Spanien bis heute nicht selbstverständlich und nicht an jeder Ecke zu finden.Wir haben Anfragen von Bürgermeistern anderer Gemeinde, die gerne die herrenlosen Hunde dieser Gemeinden zu uns bringen würden, da sie vorziehen, den Hunden eine weitere Chance zu geben.

Die Hunde, die bei uns unterkommen werden gleich bei Ankunft gegen Parasiten behandelt und, nachdem unser Tierarzt sie untersucht hat, gechipt und geimpft, im Anschluss folgen der Test auf Mittelmeerkrankheiten und die Kastration.Die Kosten für medizinisches Behandlungen und Kastrationen steigen jedes Jahr, wie auch die Anzahl der Hunde, die in El Refugio Zuflucht finden.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile einige Vereine in Deutschland, sowie in Frankreich, die dem Refugio Unterstützung zugesagt haben.

Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, ein Umdenken in der Bevölkerung im Hinblick auf Haltung & Lebensbedingungen der Hunde hier in der Mancha zu erreichen. Wir wollen nicht nur Hunde „retten“ sondern auch daraufhin arbeiten, dass die Menschen ihre Haustiere mit anderen Augen sehen, ihre Bedürfnisse respektieren.

Ein wichtiger Punkt dazu, sind auch unsere regelmäßigen Besuche in Schulen und von Schulklassen aus dem In- und Ausland im Tierheim, die lernen, welche Nöte die Tiere durch uns Menschen erleiden, und die dann anschließend zuhause mit ihren Eltern darüber sprechen können.

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Eine kleine Haltungsveränderung ist schon zu sehen: immer mehr Privatpersonen (immer Frauen) bringen ihre Haustiere zum kastrieren. Einige Schulkinder kommen nachmittags um im Tierheim zu helfen, und es melden sich immer wieder Praktikanten aus dem In-und Ausland, die im Tierheimalltag helfen möchten. Hier ein entsprechender Flyer, wie er im Dorf ausliegt:

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An dieser Stelle ein paar unserer Unterstützer aus Casas Ibáñez:

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Die lange und schwierige Suche nach einem Grundstück für das neue Tierheim

Mit der Zeit reifte der Gedanke immer mehr: die kleine Anlage war zu klein für all die Hunde die zu uns kamen, es gab keine gesicherte Auslaufmöglichkeit für die Tiere, und der Standort im Industriegebiet wurde zunehmend unattraktiver. Seit 2008 nun suchten wir intensiv nach einer Möglichkeit mit dem Refugio an einen neuen Standort umzusiedeln!

Zeitgleich gab es eine Ausschreibung der C.E.D.E.R. Kommission, eine Einrichtung zur Förderung regionaler Projekte zugunsten der Allgemeinheit, bei der wir uns bewarben- winkte dem Gewinner doch ein Preisgeld, einsetzbar für Baumaßnahmen einer Anlage.

Als wir bereits nicht mehr an die C.E.D.E.R. Ausschreibung dachten, kam die Nachricht, unser Projekt hatte tatsächlich gewonnen!! Nun war die Freude natürlich bombastisch, und wir fingen sofort an fieberhaft nach einem geeigneten Grundstück zu suchen, um unser gewonnenes Preisgeld für den Neubau des Tierheims einsetzen zu können.

Im Frühjahr / Sommer 2010, nach etlichen Möglichkeiten die sich schlussendlich doch als ungeeignet entpuppt hatten, schien endlich unsere Suche nach geeigneten Grundstücken, für den Bau des neuen Tierheimes ein Ende gefunden zu haben: man hatte uns eines angeboten, sehr groß, nicht weit vom Dorf entfernt und ganz sicher mit Wasser im Untergrund. Die Aufregung war groß, und wir begannen zu träumen, wie die Hunde in nicht allzu langer Zeit in der neuen Anlage leben würden.

Bei meiner Ankunft in Casas Ibañez Ende Juni 2010 stand als Nummer 1 auf meiner ToDo-Liste der Besuch des Terrains für unsere neue Herberge.
Die Entfernung zum Dorf war nicht weit, vielleicht etwa 3 km, aber einmal dort war es mir zumindest klar, das Terrain war überhaupt nicht geeignet für die Zwecke, die wir vor hatten: Es hatte eine starke Neigung von mehr als einem Meter Unterschied, was für uns hieße, auffüllen und planieren und dies wäre eine teure Angelegenheit geworden; rechts und links zwei stark befahrene Straßen – die neue Autobahn und die Bundesstraße Valencia-Albacete- viel zu gefährlich, um mit den Hunden spazieren zu gehen. Und dann kam doch noch die Frage nach dem Wasser auf- kein Grashalm wuchs dort!

Wir fragten die Besitzer der angrenzenden Grundstücke, die unseren Verdacht bestätigten, kein Wasser, das Gebiet ist eine Wüste, La Mancha eben.
Ein wenig enttäuscht verabschiedeten wir uns von dem Gedanken, dieses Angebot wahr zu nehmen.

Die folgenden Monate, Juli und August verbrachten wir mit Suchen, Nachfragen, Grundstücke besichtigen in Begleitung eines Grundstücksmaklers, der die Gegend gut kannte und wusste, wer etwas zu verkaufen hat. Manche Grundstücke waren gut gelegen, groß und mit guter Verkehrsanbindung.

Wieder tauchten die Probleme auf, dass es weder Wasser noch Strom in der Nähe gab, was zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Als Beispiel, wir wurden informiert, dass das Bohren in die Tiefe auf der Suche nach Wasser 1000 € pro Meter kostet (manchmal findet man Wasser erst in 7-10 Meter Tiefe!), der Anschluss an das örtliche Stromnetz erst nach einem Antrag beim Elektrizitätswerk, was bis zu drei Jahren Wartezeit bedeuten kann, und natürlich auch viel Geld kostet, hat uns gleich überzeugt: auch dieses Gelände war nichts für uns.

Etwas unter Erfolgsdruck geraten suchten wir gleichzeitig nach anderen Lösungen, zum Beispiel an das Vergraben von Wassertanks. Aber das Licht? … Nein, es war besser weiter zu suchen denn, es musste doch etwas Brauchbares zu finden sein!!

Eines Tages- Ende August- hörten wir von einer Familie mit einem großen Grundstück angrenzend an ein kleines Grundstück im Besitz der Gemeinde, und man sagten uns, sie
wollten es verkaufen. Ohne lange zu überlegen besuchten wir besagte Familie, die uns über die genaue Lage des Terrains informierte: Es lag optimal, vielleicht 1 Kilometer von Dorf entfernt und in einem wenig attraktiven Baugebiet denn, es gibt in der Richtung mehrere Tierfarmen und Viehzüchter; grenzt an das kleine Grundstück der Gemeinde, hat Wasser im Untergrund und eine Stromleitung nur ein paar Meter entfernt. Das Grundstück ist eine Ebene mit 16.698 Quadratmetern, was ein Planieren unnötig macht. Es gab natürlich – was sonst – einen Haken: der Preis! Das Terrain kostete doppelt so viel, wie wir an Geld zu Verfügung hatten. Es blieb uns nichts anderes übrig, als zu verhandeln. Natürlich stand die Frage im Raum, wie wir es schaffen sollen das Gelände zu bezahlen.

Wir gingen zu der Bürgermeisterin, denn, die Gemeinde hat wohl Interesse, dass wir endlich das Industriegebiet verlassen. Darum machten wir ihr den Vorschlag, die Hälfte mit uns zu erwerben. Es wurde mit der Gemeinde verhandelt und eine Einigung gefunden: die Gemeinde war bereit, die Hälfte des Terrains zu kaufen, wir mussten also „nur“ die andere Hälfte kaufen- für 12.000 €. Glücklicherweise griff uns hierbei eine langjährige Freundin und Unterstützerin aus Deutschland unter die Arme; sie stellte uns die Summe  als Darlehen für den Kauf des Grundstücks zur Verfügung. Nach ihre Zusage Ende August- begannen wir die Papiere unter die Lupe zu nehmen: Fragen beim Katasteramt, Eintragung im Grundbuch beim Notar, über 2 Wochen als  Aushang gut zu sehen, falls jemand etwas gegen einen Kauf  hätte. Nach mehreren Monaten des Wartens, sind die Eigentumspapiere beim Notar fertig und in Augenblick warteten wir nur darauf, dass von Seiten der Gemeinde das “Los“ ausgesprochen wurde.

Im März 2011 gab es Kommunalwahlen und die Politiker hatten keine Zeit, zum Notar zu gehen, um den Kauf abzuschließen. Auch die Wirtschaftskrise des Landes bremste unser Vorhaben. Am Donnerstag, den 10.März 2011, gaben die Politiker endlich im Gemeinde Plenum ihr „Ja“  zu dem baldigen Grundstückserwerb, alle Beteiligten begrüßen unser Projekt, das allmählich an Popularität gewann.

Nun waren noch einige Genehmigungen von sämtlichen Ämtern und Behörden einzuholen, von deren Existenz wir bis dato nicht mal ahnten. Auch wurden uns die Schritte immer erst nach und nach bekannt gegeben, was die ganze Sache noch unnötig in die Länge zog, immer unterbrochen von „Féria“, Zeiten in denen in Spanien das öffentliche Leben komplett stillsteht, sowie Urlauben der entscheidenden Personen, wochenlangen Regenperioden, die einen Baubeginn unmöglich machten und und und….

Das Jahr 2012 neigte sich dem Ende zu und es war an der Zeit, ein Resümee über Geleistetes und Erreichtes zu ziehen.
In diesem Jahr 2012 hatten wir unser Hauptziel, ein neues Tierheim zu bauen, leider nicht erreicht.
Die spanische Wirtschaftskrise, das Warten auf Genehmigungen der Ämter, verbunden mit deren Trägheit, zwang uns, mit ganz wenig zufrieden zu sein.

Anfang Mai (2.5.12)erfuhren wir, dass unser Projekt seit Oktober 2011 in der gleichen Schublade des zuständigen Sachbearbeiters im Gemeindehaus steckte. Angeblich brauchten die Anträge noch Korrekturen, eine Zusammenfassung über Lage und Nähe des Neubaus zum Ort.
Ein Teil des Grundstücks muss begrünt werden, so lautete die Auflage.
Sollte das der Grund für die Verzögerung gewesen sein? Am 7.5.2012 hatten wir alle Forderungen erfüllt und die Unterlagen wurden erneut an die zuständigen Behörden geschickt. Weiterhin mussten 3 Zeitungen über das Projekt berichten, 3 Nachbargemeinden müssen ihr Einverständnis geben, das Gesundheitsamt durfte keine Einwendungen haben, das Städtebauamt musste prüfen, ob wir weder für Nachbarn noch das Dorfleben ein Problem/eine Gefahr darstellten.

Im Sommer mahlen Spaniens Mühlen besonders langsam, darum warteten wir bis Oktober 2012 darauf, dass die Städtebaukommission sich traf und entschied, ob wir bauen durften oder nicht.
Am 23.10.12 traf die Kommission sich endlich und ja, wir durften mit dem Bau beginnen!!!
In der Zwischenzeit beantragten wir eine weitere Verlängerung der CEDER Hilfe. Grund :die Trägheit der Administration.
Es wurde akzeptiert und die Hilfe wurde bis Mai 2013 verlängert.

Natürlich mussten wir erneut eine Überraschung erleben: die Sparkasse, die uns Geld  für den Bau vorschießen wollte, fand nun wir müssten eine Bürgschaft vorweisen denn, das Grundstück ist nicht mehr interessant für die Sparkasse (bedingt durch Spaniens Immobilienkrise), was uns sehr irritierte, denn wie sollen wir – selbst mit Zustimmung des Ehegatten- das schaffen ?

Bevor wir uns von diesem Schock erholt hatten, kam bereits die nächste Hiobsbotschaft: unser Bauunternehmer hatte bereits Mitte November Insolvenz angemeldet. Nun hieß es, auf die schnelle jemand neues finden, der uns half unser Projekt zu verwirklichen.
Aber es gab auch positives zu berichten in diesem Jahr. Im Sommer gab es mehrere Treffs mit Schulkindern was immer sehr schön ist, sowohl für die Kinder, wie für die Hunde, die tapfer Streicheleinheiten, Badeorgien und Unmengen an Leckerlies hinter sich brachten.

Wir hatten während des Sommers Besuch von zwei Freiwilligen, ein deutsches Mädchen, Viola, und eine Österreicherin, Jana, die sich bald als Hauptgewinn entpuppten. Sie übernahmen wichtige Aufgaben im Tierheim, wie Medikamentenabgabe, tägliche Spaziergänge mit den Hunden, halfen beim Saubermachen des Tierheims. Sie waren sehr zuverlässig, hilfsbereit, sehr freundlich und stark engagiert zum Wohl der Hunde.

Sie nahmen ohne Zögern Welpen mit in ihr Feriendomizil, als es im Tierheim keine Möglichkeit gab, sie unterzubringen. Sie haben eine tolle Arbeit geleistet. Wir hoffen, sie für die Zukunft als Freundinnen gewonnen zu haben.

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Ende November 2012 bekamen wir einen weiteren freiwilligen Helfer: der taubstumme Oscar aus Casas Ibañez zeigte Interesse und Lust, im Tierheim zu helfen. Er kommt nun täglich und genießt die Freundschaft der Hunde.
Viele Hunde kamen in diesem Jahr ins Tierheim. Privatleute wandten sich Hilfe suchend an uns, da sie durch die Krise in Spanien der Meinung waren, ihr Haustier nicht mehr halten zu können. Obwohl wir uns bereit erklärten, mit Futter und Impfungen helfen zu wollen, fanden wir manche Hunde vor der Tür festgebunden.

Am 11.04.2013 war es endlich soweit: alle Genehmigungen lagen vor und der Bau konnte beginnen! Schlussendlich war die Sparkasse nun doch nicht bereit uns das Baugeld vorzuschießen, denn die C.E.D.E.R. Kommission zahlte erst nach erfolgten Baumaßnamen. Glücklicherweise war unser Nachbar im Industriegebiet bereit, uns das benötigte Geld für die verschiedenen Bauphasen vorzuschießen um es dann nach erfolgtem Bau zurück zu erhalten. Hätte er dies nicht getan, hätten wir auch die letztmalige Fristverlängerung nicht wahrnehmen können, unser Preisgeld nicht erhalten und hätten kein neues Tierheim bauen können.

So sah der abschließende Bauplan aus, der nun Stück für Stück in die Tat umgesetzt wurde.

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Am 19.05.2013 war endlich alles fertig.

Am 22.06.2013 der ganz große Tag: Einzug der Hunde ins neue Tierheim.